Hamburger Abendblatt

DESIGNERIN ERÖFFNET ONLINE-MARKTPLATZ FÜR NEUE ARTIKEL IM STIL FRÜHERER JAHRZEHNTE

VON ANDREA PAWLIK

Janine Lux will nur verkaufen, was sie auch selbst gut findet. Und weil sie ein Fan von Vintage-Kleidung und Retro-Möbeln ist, liegt auf der Hand, welchen Stil ihr Online-Marktplatz FrauLux.de verfolgt: Kleidung, Accessoires, Kunst, Kleinmöbel und Schreibwaren im „Look and Feel“ vergangener Jahrzehnte, alles kreiert von Designern, die Lux persönlich auswählt. Das sei der große Unterschied zu anderen Portalen, die Kleinauflagen und Handgemachtes verkaufen, sagt die Gründerin: Ihr Shop werde nie überladen sein. Wenn sich ein Designer mit blauen Taschen aus einem bestimmten Material positioniert hat, soll es keinen zweiten mit demselben Schwerpunkt geben. „Und es wird nichts verramscht“, sagt die Hamburgerin. „Gutes Design und hochwertige Verarbeitung haben ihren Preis.“



Seit rund einem halben Jahr ist Janine Lux mit ihrem Shop online. Mundpropaganda und persönliche Kontakte sind ihr bester Werbekanal – sowohl was die Designer angeht, die bei „Frau Lux“ ihre Produkte verkaufen, als auch in Bezug auf die Kunden. Die ersten Kontakte zu Kreativen hat sie zum Beispiel auf Designermessen gemacht – wodurch wiederum in deren Kreisen ebenfalls Interesse an Lux‘ Onlineshop entstand. „Ich nenne das die Lawinenstrategie“, sagt sie. Und bei den Kunden funktioniere das ähnlich: Zufriedene Käufer sprechen darüber, zeigen ihre neuen Errungenschaften herum – und so finden wieder andere Besucher ihren Weg in den Shop. „Es läuft wirklich schön an“, sagt Janine Lux. Ein Großteil der Kommunikation passiert übrigens bei Facebook. „Social Media ist für mich das A und O“, sagt die 29-Jährige.

Mit den Vorbereitungen für FrauLux.de hat sie 2012 begonnen. Zweimal habe sie die Programmierung „komplett gekippt“, erzählt sie, weil sie nicht genau ihrer Vorstellung entsprach. „Die Designer sollen es einfach haben“, ist Lux‘ Anspruch. „Sie sollen sich auf ihre eigentliche Arbeit konzentrieren. Darum will ich die Bedienung des Shops so simpel wie möglich halten.“ Auch über die Erwartungen der Kunden zum Datenschutz hat sie sich viele Gedanken gemacht. „So werden bei Frau Lux keine persönlichen Konten angelegt und keine Adressen gespeichert.“ Sie glaubt, dass das heute vielen wichtig ist.

Ihre Festanstellung als Art-Direktorin aufzugeben ist der Grafik- und Webdesignerin nicht schwergefallen. Dafür sei die Leidenschaft für das, was sie jetzt tut, zu groß. „Außerdem wollte ich schon immer selbstständig sein.“ Ihren Businessplan hat „Frau Lux“ im Gründerzentrum .garage geschrieben. Hilfe bei der Außendarstellung habe sie nicht mehr gebraucht, aber das Business-Know-how, das dort vermittelt wurde, sei eine große Unterstützung gewesen. „Vor allem, dass man dort die ganze Idee noch einmal reflektieren kann, bringt einen voran.“ Woraus sie auch ihren Tipp für andere Gründer ableitet: „Man muss sich seine Nische suchen und sich darin wirklich wohlfühlen. Dann verkörpert man sein Produkt oder seine Dienstleistung.“ Was ihr zweifellos gelingt: Nicht nur ihren eigenen Namen, auch sich selbst setzt sie für FrauLux.de ein: Das Model, das dem Shop sein Gesicht gibt, ist Janine Lux persönlich.

Was sie für die Zukunft plant? „Das Marketing weiter ausbauen, viele Designermessen besuchen und den Shop ständig weiterentwickeln“, sagt die Gründerin. „Ich möchte gemeinsam mit meinen Designern wachsen.“ Dass sie denen heute selbst als eine Art Gründerberaterin bei den ersten Schritten ins Business zur Seite steht, versteht sich für Lux von selbst.

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